#17 Recklinghausen auf die 1 - mit den Ruhrfestspielen

Shownotes

Recklinghausen - eine Stadt mitten im Pott, die nicht gerade dafür bekannt ist eine Kulturmetropole zu sein. Aber im Mai und Juni entwickelt sie sich dazu durch die Ruhrfestspiele Recklinghausen. Eines der ältesten und größten Theaterfestivals in ganz Europa. Die Hosts Nadia und Christin sprechen in dieser Folge mit Olaf Kröck - dem Intendanten der Ruhrfestspiele. Sie sprechen über die Geschichte der Ruhrfestspiele, warum sie für den Pott so wichtig sind und wie man es schafft für Menschen im Ruhrgebiet Kultur zu machen.

Diese Folge ist durch eine Kooperation von Strobo und den Ruhrbühnen entstanden.

Alle Infos zu den Ruhrfestspielen findet ihr hier: https://www.ruhrfestspiele.de/ https://www.instagram.com/ruhrfestspiele/

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Transkript anzeigen

00:00:00: Christine, was verbindest du mit der Stadt Recklinghausen?

00:00:06: Nicht so viel.

00:00:08: Ich glaube ich war bewusst in meinem Leben vielleicht so zweimal da und einmal davon bin ich durch die Stadt durchgefahren.

00:00:14: also nicht so eine richtige Connection bisher.

00:00:17: wie sieht es bei dir aus?

00:00:18: Ich war auch erst vor ein paar Jahren das erste Mal da.

00:00:22: Ich weiß nicht warum, ne?

00:00:23: Es ist eigentlich voll in der Nähe.

00:00:25: aber irgendwie vor ein paar Jahren hat meine Freundin gesagt hey, hast du nicht mal Lust dahin zu gehen?

00:00:30: Da gibt es so ein süßes Café in der Innenstadt und dann sind wir dahin und die ist ja mega süße!

00:00:35: So mit Fachwerkhäusern, so eine sehr süße kleine Altstadt also mega chillig.

00:00:40: Aber seitdem war ich auch nicht mehr so oft da.

00:00:43: Voll ey, aber man merkt Racking House ist krass underrated Und das ist eigentlich total schade, weil es ist eine krasse Stadt und da passiert jetzt vor allem in den nächsten Monaten ganz viel.

00:00:53: Und dabei wollen

00:00:54: wir heute darüber sprechen!

00:01:03: Hi zusammen, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zwischen Gellik & Dysi.

00:01:08: ich bin Nadja aus Gellek

00:01:11: Ich bin Christine der Dysipart im Podcast.

00:01:13: voll schön, dass ihr mit am Start seid.

00:01:15: Wir sind heute wie man gerade schon so ein bisschen gehört hat in Recklinghausen unterwegs.

00:01:19: Genau, das ist nämlich diesen Monat wirklich ein Kultur-Hotspot weil die Euroverspiele angefangen haben.

00:01:28: Das ist ein Festival was eines der größten und ältesten Theaterfestivals in Europa ist.

00:01:35: Das is extrem krass finde ich.

00:01:37: also die Feier noch auch dieses Jahr.

00:01:40: achtzigjähriges Jubiläum

00:01:42: Das muss man sich mal reinziehen, Alter.

00:01:43: Irgendwie seit den neunzehntvierziger Jahren oder so gibt es dieses Festival schon richtig in Zähnen.

00:01:48: und das Schöne ist die Rufespiele laufen jetzt von Anfang Mai sind gestartet bis Mitte Juni Und ich würde sagen da wird aus dem kleinen überschaulichen Recklinghausen eine richtige ja Metropole kann man schon fast sagen.

00:02:01: So für klar Internationales aber eben auch lokales.

00:02:05: Theater- und Kulturveranstaltungen

00:02:08: Ja, aber es ist halt auch nicht nur Theater.

00:02:11: Das Programm ist super vielfältig.

00:02:14: also da gibt's Tanz, Performances Ausstellungen Diskussion und Auch sogar Zirkus neuer Zirkuss.

00:02:25: Und das coole finde ich daran irgendwie dass die schaffen so ein Mischmasch hinzukriegen aus internationalen crazy großen Ensembles sie dann dahin zu hinkommen und aber auch die Kultur schaffen, die eh schon hier im Pot sind.

00:02:39: Die dann auch ihre Veranstaltungen kriegen.

00:02:43: und das ist so ein richtig schöner Match aus beidem.

00:02:46: Ich persönlich war noch gar nicht auf dem Festival Das hat sich jetzt aber mittlerweile geändert.

00:02:51: Aber ja ich wollte da immer hin.

00:02:54: Ich habe das immer gesehen dass es angeboten wird jedes Jahr Aber die Tickets waren halt immer voll schnell weg.

00:03:03: Jo,

00:03:03: true!

00:03:04: Weiß nicht ob du dir das auch mal ab und zu angeguckt hattest und gedacht hast okay vielleicht mal ausprobieren was ist das eigentlich?

00:03:11: weil ich habe es dann immer nur online gesehen hatte.

00:03:15: auch muss ich ein bisschen zugeben so dass gefühl das ist schon sehr hochkultur.

00:03:20: ne weil da auch wie gesagt so viele internationale leute hinkommen.

00:03:24: aber Wir haben gelernt, das ist gar nicht so ein Closed

00:03:28: Shop und

00:03:30: hochgestochen wie man denkt.

00:03:32: Voll!

00:03:34: Und das hat vor allem auch noch mal das Gespräch mit Olaf Krock gezeigt.

00:03:37: der ist nämlich seit Jahrzehnteinzehn der Intendant von den Rufels spielen heißt er kümmert sich ums Programm der schaut hey welche Leute laden wir ein wen holen wir in Nachreglinghausen hin?

00:03:52: durften wir sprechen und alle möglichen Fragen stellen.

00:03:56: Und haben uns in mitten Innenreckinghausen getroffen mit ihm im Head-Office sozusagen der Ruferspiele, man muss sich das so vorstellen die Rufespiele haben ja einen eigenen eine eigene Location kann man schon fast sagen.

00:04:10: Ja

00:04:10: und ziemlich heftig oder?

00:04:12: Das ist richtig geil!

00:04:13: Was war dein erster Eindruck?

00:04:17: Ich dachte kurz ey wo bin ich hier gelandet?

00:04:20: Weil das Ruferspielhaus ist echt ein sehr schönes, modernes Gebäude.

00:04:27: Aber ja da ist halt gerade eine Baustelle.

00:04:32: deswegen haben sie dieses Jahr ein Zelt aufgebaut und da findet auch ganz viel statt aber wir waren halt in mitten.

00:04:39: so einer Willen gingt und ja das habe ich mir irgendwie gar nicht so vorgestellt wie was bei

00:04:47: dir Super dreamy einfach.

00:04:49: Also du denkst, du bist mitten im Pott und dann kommst du in diesen Park rein, in diese Parkanlage wo das Rohrfestspielhaus steht und dann gehst du so ein bisschen durch den Park durch.

00:04:58: da ist irgendwie auch noch eine Tiergehege, also wenn man einen V-Krähen hört und ein paar Meter weiter ist dann das Zelt aufgebaut was total auch total dreamy aussieht.

00:05:09: Das ist auch total schön geschmückt mit so kleinen bunten Fähnchen und überall sind Sitzmöglichkeiten.

00:05:17: Ja, total besonders und eine total schöne Atmosphäre.

00:05:21: Und genau das haben wir auch unter anderem mit Olaf Kröck besprochen und haben mit ihm ein superspannendes Gespräch gehabt über die Geschichte der Ruferspiele, warum sie so wichtig sind und was ihr eigentlich ausmacht?

00:05:33: Ja!

00:05:34: Und vielleicht auch über diese krassen Gegensätze, was ganz oft Normalität hier im Pod ist.

00:05:40: also viel Spaß beim Gespräch.

00:05:47: Hey, Olaf!

00:05:48: Schön dass du da bist.

00:05:49: Schön, dass ihr dir die Zeit nimmst.

00:05:51: Wir machen zum Start von unseren Folgen immer so ein bisschen... Ein This or That?

00:05:56: Entweder oder?

00:05:58: Bist du dafür bereit?

00:05:59: Ja.

00:05:59: Super.

00:06:00: Dann gehen wir direkt rein.

00:06:02: Du hast in deiner bisherigen Karriere schon viele Stationen gehabt.

00:06:04: So.

00:06:05: Du warst unter anderem Internet am Schauspielhaus im Bochum.

00:06:08: deswegen wenn du dich jetzt entscheiden müsstest.

00:06:11: Bochumm- oder Recklinghausen

00:06:14: Im Augenblick Recklingenhausen

00:06:15: Okay

00:06:16: Warum?

00:06:18: Weil ich wahnsinnig gerne hier bin und das ganz toll finde, dass Schauspielers.

00:06:21: Bochum ist eines der schönsten.

00:06:22: Es ist das schönste Theater der Welt!

00:06:24: Und es ist auch wirklich eins der besten Theater um da Theater zu machen.

00:06:28: Das habe ich wahnsicht gerne gemacht.

00:06:29: Ich will nichts ausschließen für die Zukunft weil dieses Haus wirklich liebe.

00:06:33: Im Ruhrgebiet sind die besten Theaterordne das Schauspruchs, Bochums und Rüfferspiele.

00:06:39: Jetzt bin ich im Moment bei den Ruferspielen.

00:06:41: alles gut.

00:06:41: Perfekt!

00:06:43: Das Programm der Rohverspiel ist ja auch super vielfältig.

00:06:47: Deswegen lieber Schauspiel und Theater oder lieber Tanz?

00:06:51: Lieber Tanz!

00:06:52: Oh,

00:06:52: warum?!

00:06:54: Weil das für mich immer noch eine neue Kunstform ist.

00:06:56: Ich habe so viele Jahre Schauspiel gemacht und ich liebe das Schausspiel oder die performativen Künste, die Text benutzen und wo auf der Bühne Menschen sprechen und irgendwas erzählen.

00:07:03: aber dass was der Tanz kann, klang mal auf und auch der neue Zirkus kann den ich noch jünger entdeckt habe, ist so anders und hat so eine Kraft.

00:07:12: Das ist für mich als künstlerische Form immer noch ein bisschen fremd und ich liebe diese Ausdrucksform.

00:07:16: Und deswegen würde ich im Augenblick sagen, tanzt sogar noch mehr weil sie so neu für mich ist.

00:07:20: Okay, spannend!

00:07:21: Was würdest du sagen?

00:07:22: Lieber mit Künstlern und Kulturschaffenden aus dem Pott zusammenarbeiten oder lieber mit Internationalen wenn du dich entscheiden müsstest?

00:07:29: Das muss ich nicht entscheiden weil es gar kein Widerspruch ist.

00:07:31: der Pott ist so international und ist so ein Magnet für internationale Kunst dass das beides hier gleichzeitig geht.

00:07:37: Das ist das Schöne von Theater dass man zwei Sachen gleichzeitig haben kann.

00:07:40: Was ist dir lieber, die Rohfestspiele an einem Ort oder lieber dann doch an verschiedenen Spielstätten?

00:07:48: Die Ruhrverspiele brauchen immer verschiedene Spielstätten, weil verschiedene Spielstäte machen ja auch verschiedene künstlerische Qualitäten aus.

00:07:54: Ein großer Saal wie das Ruferspiel aus dieser riesigen Bühnenfläche wo wenn die Schauspieler aus anderen Häusern kommen echt wirklich atemlos werden, weil die Fläche so riesig ist.

00:08:03: Da sitzen da tausend Menschen im Saal.

00:08:05: dann muss man in bestimmte Formen von Theater machen.

00:08:07: Das ist aber auch super!

00:08:08: Dann kannst du große Bühnbilder, du kannst wirklich so ein bisschen monumentaler auch denken Und das bedeutet aber automatisch, dass die kleinen Themen nahengeschichten da gar nicht gehen und die möchte ich ja auch zeigen.

00:08:19: Ich finde gleichzeitig eigentlich gut wenn die Entfernung zu den Spielstätten so ist, dass man auch mal an einem Tag an verschiedenen Orten sein kann also schon an einem Ort die verschiedenen Spielstädte möglichst nicht in so einer riesigen Fläche.

00:08:32: Das ist ja ein Rohgebietproblem, dass manchmal auch zu weit unterwegs sein muss von A nach B weil Entschloss Theater Mörsgehe und in Stator Dortmund gehe, dann bin ich sechzig Kilometer Auto gefahren oder bin durch Zug und dreimal umgestiegen.

00:08:43: Also das ist ja nicht realistisch an einem Tag also.

00:08:46: von daher... Ich finde es schon super dass wir das hier in so einer Region haben wo's nah beieinander liegt also an einem Ort aber auf jeden Fall verschiedene Spielstätten.

00:08:54: sehr gut.

00:08:55: Dann starten jetzt rein ins richtige Gespräch.

00:08:57: sozusagen Wenn du jemanden dennoch nie bei den Rohfestspielen wahr beschreiben müsstest was für eine Atmosphäre wollt ihr schaffen?

00:09:03: Wie würdest du das beschreiben?

00:09:06: Ja, es gibt ja diesen Begriff der so ein bisschen politisch missbraucht worden ist.

00:09:10: Aber ich finde er passt total nämlich den der Willkommenskultur.

00:09:13: Ich finde man wir wollen Gastgeber sein Wir wollen dass man sich bei uns willkommen fühlt also die Gäste natürlich die Zuschauerinnen und Zuschauer auf jeden Fall aber auch die KünstlerInnen die dann zu uns kommen Also diejenigen die bei uns sind Die sollen sich willkommen fühlen weil das ist ein besonderer Ort hier Recklinghausen.

00:09:29: Also erstens hat er diesen komischen Namen, Recklingenhausen, das ist genauso wie Gelsenkirchen und dann liegen die auch noch so nah beieinander und dann werden wir immer verwechselt, auch in Deutschland übrigens, ganz viele Recklingshausen und Gelsenkirchen.

00:09:42: Und diese Stadt ist schon überraschend weil Auf der einen Seite in der total typische Ruhrgebietstadt mit allen sozialen Verwerfung, Problemen am Reich und so Nord-Süd haben wir alles hier genauso aber dann haben wir eine Innenstadt mit Fachwerk.

00:09:56: Und dann hat man dieses riesige Ruhrverspielhaus in dem Park stehen wo auch die Leute von overseas kommen können es gar nicht fassen dass es diesen Riesenort gibt.

00:10:07: Wir wollen ein Ort sein wo man dann aber wirklich gerne hinkommt tolle große Kunst erlebt auch mal reiben kann in der Kunst, weil das ist ja das Problem.

00:10:15: Kunst ist nicht immer einladend und macht ja nicht immer die Arme auf sondern manchmal steht er ja mit dem Stachel davor einem oder mit einer gezogenen Waffe sozusagen.

00:10:25: Und dass man trotzdem sich sicher fühlt und dass man merkt, dass wir das keine Dinge der aggressiven Provokation machen um Leute zu verschrecken, sondern auch in der harten Auseinandersetzung trotzdem einladen bleiben, dialogfähig bleiben usw.

00:10:37: Das versuchen wir übers ganze Festivalprogramm zu ziehen.

00:10:41: Also einmal ist die Willkommenskultur sehr wichtig, aber was würdest du sagen?

00:10:46: Ist so das übergeordnete Ziel der Ruhrfestspiele und vielleicht auch dein persönliches Ziel.

00:10:53: Die Ruhrverspiele haben ja eine ganz lange Geschichte und sie haben diesen solidarischen Akt in ihrer Historie mit dem Kohletausch, der das alles ersten Gang gesetzt hat und dann wurden diese Ruhrspiele zeitlang mal Arbeiterfestival genannt

00:11:06: und

00:11:06: den Begriff finde ich heute ein bisschen problematisch weil Arbeiter hat es vielleicht so in der Form von hundert Jahren mal gegeben, aber das gibt's ja gar nicht mehr.

00:11:16: Aber dahinter steht meiner Meinung nach der Gedanke, dass das ein Festival sein muss und das auf Augenhöhe kommuniziert mit allen in der Gesellschaft und deswegen also ein Festival für alle ist.

00:11:25: Das muss das ideale Ziel sein, dass wir Kunst für alle machen.

00:11:29: Aber natürlich ist das eine Utopie gleichzeitig weil wir sind so aufdifferenziert, wir sind individuell die Digitalisierung ... in diverses Nischen katapultiert.

00:11:39: Und wir machen ein Live-Festival an einem ganz konkreten Ort, an dem man hinreisen muss.

00:11:43: also müssen wir immer Entscheidungen treffen was wir machen und was wir nicht machen... ...und dann fällt auch immer irgendwas hinüber.

00:11:48: aber das ideale Ziel ist maximal breites Programm anzubieten dass inhaltlich richtig relevant ist und was erzählen will, dass was Will sehr vieles unterhaltsam ist.

00:11:57: Wenn wir Kabarett haben oder wenn wir neuen Zirkus haben dann geht es trotzdem um irgendetwas Konkretes Und das ist uns wichtig so auf eine Augenhöhe herzustellen aber auch die verschiedensten Gruppen einer Gesellschaft in Altersfragen, Generations- und Migrations-, kulturellen Herkunftsfragen Auch vielleicht sexuelle Orientierungsfragen Dass die alle irgendwie abgebildet werden, dass wir Angebote machen und dabei aber auch noch kantig sind.

00:12:19: Das ist unser Ziel.

00:12:21: Jetzt gibt es die Rohfestspiele ja schon super lange.

00:12:23: Ihr hattet von ein paar Jahren ein siebzigjähriges Jubiläum...

00:12:27: Wir haben jetzt sogar fast im Grunde das achtzigste Jubilän,

00:12:30: ja?

00:12:31: Wie schafft man es einen Festival über so lange Zeit zum Einen zu erhalten aber auch halt weiterzuentwickeln?

00:12:40: Das ist eine total gute Frage!

00:12:41: Es hat ganz viel mit den verschiedenen Akteurinnen zu tun und das ist nicht nur die Intendanz.

00:12:46: Das sind ganz viele Facetten, die da was mit so tun haben.

00:12:50: Also erst mal ist es besonders bei den Ruhrfestspielen dass die Stadt Recklinghausen Gesellschaft der Ruhr Festspiele, das ist normal eine Kommune.

00:12:56: also das ist jetzt hier besonders aber das ist ne Kommune, die hat eine Kulturanrichtung.

00:13:00: Aber der Deutsche Gewerkschaftsbund ist der zweite Gesellschaft.

00:13:03: der der Ruher Festspieler also die Dachorganisation von allen deutschen Gewerkschaften finanzieren die Rufverspiele zentral mit und sind mit an Bord.

00:13:11: Die mischen sich überhaupt nicht ein, aber sie bringen natürlich auch einen Geist mit.

00:13:14: Und dass dann immer wieder sozusagen aus einer Gesellschaft heraus, die eben nicht akademisch gedacht ist hier Kunst und platziert wird, ist ein ganz entscheidender Motor für das was wir tun und die künstlerischen Leitungen und ihre Teams sind natürlich verpflichtet in dem Geiste irgendwie aktiv zu sein.

00:13:33: Das haben sie in den ganzen, fast achtzig Jahren ganz unterschiedlich gemacht.

00:13:36: Da gab es die unterschiedlichen Ansätze.

00:13:37: Es gab auch mal ein eigenes Ensemble hier in Recklinghausen und wir versuchen das jetzt eben seit vielen Jahren mit einer internationalen Positionierung zu machen, die trotzdem den Ort meint, sich konzentriert auf das Ruhrgebiet, auch auf Recklingenhausen, auf die Menschen hier vor Ort, auf diese sozialen Verwerfungen, die es ja gibt Und die Menschen zu meinen, die hier auch zu uns kommen.

00:13:58: Dann führt das dazu, dass ganze Generationen immer wieder herkommen und irgendwann ihre eigenen Kinder mitnehmen, ihre Enkelkinder mitnehmen.

00:14:05: Da gibt es einen intergenerativen Austausch.

00:14:07: der ersten super starker Motor und hat so ein Bindungsaspekt.

00:14:11: Man geht halt hierhin, man kommt zu den Ruferspielen und das ist für uns super!

00:14:15: Das finde ich total spannend weil also ich komme aus einem migrantischen Haushalt.

00:14:20: wir sind jetzt nicht ins Theater gegangen, das habe ich später so für mich entdeckt aber Ich muss zugeben, für mich ist es immer noch sehr akademisch einfach Theater.

00:14:30: Das verbinde ich einfach direkt damit und manchmal fehlt mir da der Zugang einfach und da frage ich mich wie schafft ihr das?

00:14:39: ... Nahrbarer zu machen.

00:14:41: Also du hast jetzt gerade erzählt, es gibt die Gewerkschaften... ...die einen anderen Geist mitbringen.

00:14:47: aber wie kriegt ihr das denn in eurer Arbeit so wirklich hin?

00:14:50: Dass es Nahrber ist auch für die verschiedenen Gruppen?

00:14:53: Also erstens ist es tatsächlich so dass in unserem eigenen Team, das gilt auch für mich selber eine ganze Menge von Kollegen aus nicht akademischen Kontexten kommen.

00:15:01: also bin im Handwerkshaushalt groß geworden, jetzt nicht migrantischer, aber eben nicht akademisch und habe sozusagen in der eigenen Biografie schon dieses Entdecken.

00:15:11: in meinem Fall auch des Theaters und da begeistert für zu sein.

00:15:14: Und dann irgendwie als erster zu studieren, später meine Schwester auch so.

00:15:17: Also dass wir das erst mal so zu entdecken.

00:15:20: Das wird ja im Ruhrgebiet passiert das immer noch ganz häufig.

00:15:22: Dass Menschen aus nicht akademischen Kontexten plötzlich die Kinder, die ersten sind, den akademischem Schritt machen.

00:15:28: Dann kommt manchmal auch noch die migrantische Perspektive dazu.

00:15:31: Das passiert hier ganz oft.

00:15:32: Das versuchen wir unheimlich bewusstzuhalten was das bedeutet wenn man diesen Schritt macht.

00:15:38: Gleichzeitig ist es natürlich so in vielen Fällen bei kultureller Arbeit und künstlerischer Arbeit natürlich immer so eine Bezüge dastehen.

00:15:47: Also man könnte die Kunstgeschichte nicht ausklammern, ich kann ja nichts dagegen tun das vor dreitausend Jahren dass der Arte erfunden worden ist.

00:15:52: Und drei tausend Jahre sich das immer wieder erneuert und erneut und ernauert.

00:15:57: Natürlich wollen wir auch Kunst zeigen, die diese Traditionen und diese Bezücke irgendwie im Bewusstsein hat weil dann sind sie international und da sind sie auch wirklich relevant.

00:16:05: Dann gibt es da Künstler die wirklich Beziehen auf die Welt, auf der Welt der Kunst usw.

00:16:12: Und dann kann man das und das ist unsere Aufgabe als künstlerische Leitung jetzt ganz kritisch zu gucken.

00:16:18: Ist diese künstlrische Arbeit im Kunstkontext relevant?

00:16:22: Hat ihn Inhalt hat den ästhetischen scharfe, hatte eine künstlersche Qualität und ist sie gleichzeitig ohne Voraussetzungen verstehbar?

00:16:33: Ist sie unmittelbar, ist sie direkt natürlich?

00:16:37: Ist das denn trotzdem eine individuelle Angelegenheit, ob du jetzt da drin sitzt und sagst so ja sagt mir trotzdem nichts ist mir zu kompliziert.

00:16:43: Und deswegen haben wir auch ein Jahr Zeit das zu suchen weil wir da wirklich jede einzelne Arbeit ihr seist die Arbeit im Kinder- und Jugendtheater oder eben die die im Tanz und Schauspielbereich sind die abzuwägen nach den verschiedenen Fragestellungen und dann kommt dass Was ich eben schon mal gesagt habe dazu.

00:17:02: Wir wollen aber was für alle sein, also ich kann nicht umhin dass wir auch Menschen haben die so viele Jahre schon zu den Rufespielen kommen, die auch wirklich mal ein klassisches Sprechtheater wollen wo möglicherweise sogar auf der Bühne einen Text verhandelt wird aus dem deutschen oder aus dem internationalen Theaterkanon kommt nen Shakespeare, nen was auch immer nen Chechowskissiger.

00:17:20: So

00:17:20: die Klassiker.

00:17:21: Ja aber wird versuchen trotzdem darüber nachzudenken wie zugänglich ist denn das was da passiert?

00:17:26: Also wie is diese Arbeit denn inszeniert?

00:17:28: so und Umgekehrt, wenn wir eine zeitgenössische Tanzarbeit haben.

00:17:32: Wir haben jetzt Marco Dasilver Ferreira.

00:17:34: das ist ein absoluter Shootingstar des neuen zeitgenösischen Tanzes.

00:17:38: Da könnte ich ganz viel über als Künstler und Kurator als internationalen Kunstdienst darüber reden und wird den auf einen hohen Sockel stellen müssen.

00:17:45: Man kann aber auch reingehen, einfach in der Face kriegen von dieser Arbeit die von der Straße kommt.

00:17:49: also die hat diese im Rave und im Street Dance ist sie zu Hause im Vogueing und in der ganzen Fashion Und dann hast du quasi auch schnell Assoziationen zu das was Du auf Insta siehst usw.

00:18:01: Es ist super modernes wahnsinnig sexy Die Musik ist treibend.

00:18:04: Dann haben wir eher von einem älteren Publikum Huda ein bisschen laut.

00:18:07: Ja deswegen vergeben halt so ihr Plucks.

00:18:09: Das

00:18:09: ist halt so

00:18:10: So

00:18:11: und wir versuchen

00:18:11: immer

00:18:12: Da bin ich wieder bei dem Individualisierungen.

00:18:14: Das ist halt hoch individuell, ich glaube wir die wir hier im Raum sitzen können uns gar nicht schnell einigen auf was wir sozusagen gut und richtig finden.

00:18:20: aber wir versuchen immer wieder abzugleichen wie direkt wirkt das was wir da tun?

00:18:26: Und hat es einen Inhalt?

00:18:27: geht's um irgendwas?

00:18:29: Und das heißt nicht dass der Inhalt immer bedeutet dass man das so ABC inhaltsangabemäßig aufschreiben kann sondern muss irgendetwas spüren dass da etwas verhandelt wird.

00:18:39: Warum Recklinghausen?

00:18:40: Warum ist Recklingenhausen der Ort für all das, was du gerade uns aufgezählt hast.

00:18:45: Das ist ein historischer Zufall!

00:18:50: Da könnte ich jetzt auch wieder zwanzig Minuten darüber reden.

00:18:53: Also die Geschichte ist super schnell erzählt.

00:18:58: Also sehr viel Schuld in diesem Land.

00:19:00: Der Krieg war gerade erst vorbei und die Menschen haben echt gestruggelt, es waren im Norddeutschland glaube ich bis zu minus twenty-fünf Grad über Wochen.

00:19:08: Und sie haben alle öffentliche Gebäude in Hamburg geschlossen auch die Theater und ein Theaterleiter der ganzen hamburgischen Bühnennacht.

00:19:14: Wir brauchen Kohle.

00:19:15: wenn wir die nicht heizen gehen uns die Gebäudekaputt dann können wir die nie mehr wieder aufmachen ist ja ins Ruhrgebiet gefahren weil da gibt's Kohle.

00:19:22: und die erste Zeche die ihr gesehen hat war die Zeche König Ludwig in Recklinghausen.

00:19:28: Dann hat er da gefraut, der Kohle haben kann.

00:19:30: Haben die Berglotte gesagt?

00:19:31: Weiß ich es verboten weil hier Militärbesatzung hier kommen.

00:19:34: Hier sind zwei Lkw voll.

00:19:35: Dann ging das hin und her lange Rede.

00:19:37: Kurzer Sinn ist ein Jahr später haben die Theater sich bedankt und mit Theater gekommen haben für die Kohle bezahlt.

00:19:42: Die haben also in der Stadt in der es keinen Theaterraum gab.

00:19:45: Hundertfünfzig Künstler... Mozart aufgeführt und so haben Theater gespielt.

00:19:49: Und zwar wirklich sprichwörtlich vor Bergleuten, die haben bei denen in der Familie gewohnt.

00:19:53: Die haben den Erbsensuppe gekocht und so.

00:19:55: Die Ruhrgebiet hatten sie was zu essen Hamburg nicht?

00:19:57: Und so ist das entstanden.

00:19:58: So ist dieser ganze Spirit entstanden.

00:19:59: und dann hat diese junge Bundesrepublik der neu gegründete deutsche Gewerkschaft wieder neu geGründet.

00:20:04: Die waren ja bei den Nazis verboten verfolgt und den KZ gesteckt.

00:20:08: Haben die gesagt dass es ein Ort Der ist metaphorisch für so einen Aufbruch eines neuen demokratischen Deutschlands an Städten der Arbeit, Kunst hinzubringen.

00:20:16: Und so ist Recklinghausen zu diesem Ort geworden und ist dann nach und nach zu dieser Größe gewachsen.

00:20:21: Man könnte sich die gleiche Frage auch nach Avignon stellen.

00:20:24: Das ist unser Schwesterfestival.

00:20:27: Seins riesiges Internationales Festival ist eine Touristenstadt aber da ist ein riesiges Festival.

00:20:34: Warum würdest du sagen es sind Hierophaspiele für Recklingenhausen?

00:20:38: Aber auch fürs Rohrgebiet so unfassbar wichtig.

00:20:40: Weil wenn ich über Recklinghausen nachdenke, ich war in meinem Leben vielleicht zweieinhalb mal hier

00:20:45: und man fährt... Fehler?

00:20:47: I know!

00:20:49: Und man verbindet Recklingenhausen klar mit den Rohfestspielen aber nicht unbedingt mit der großen Kultur-Szene.

00:20:55: Warum glaubst du sind die Rohfessspiele dafür so

00:20:57: wichtig?!

00:20:59: Also ich glaube aus dem eben gesagten Spirit, dass dieser einmalige Moment, wo Bergleute gesagt haben wir geben diesen Theaterleuten unsere Kohle.

00:21:06: Wir schmuggeln die erst und nach später ist das dann auch ein bisschen offizieller gemacht worden für Theater, wo die gar nicht wussten, dass sie da jemals was vollhaben werden weil das war Hamburg es weit weg von hier aus Und die Hamburger das aber begriffen haben was das für einen solidarischen Akt waren.

00:21:20: wie wichtig das auch für die kulturelle Stadt Hamburg bis heute.

00:21:23: Der Hamburger Bürgermeister war dieses Jahr zur Eröffnung da, weil das Achtzig Jahre her ist, dass dieser Kohletausch stattgefunden hat.

00:21:28: Die Häuser stehen in Hamburg nur wegen der Kohle aus Recklinghausen und das Ruhrgebiet war eben – und dann könnten wir über das Ruhergebiet sprechen – eben dieser Ort an dem diese Bodenschätze waren, an dem sich die Montagindustrie gegründet hat und so eine Art wirtschaftliche Kraft für ganz Deutschland auch vor allem des Nachkriegsdeutschlands geschaffen worden ist?

00:21:48: macht mich ein bisschen wütend, wie sehr das heute vergessen wird.

00:21:51: Wenn man jetzt guckt, wie die Region heute aussieht und wie despektilig auch zum Teil über diese Regionen gesprochen wird und wie sie auch ein bisschen vergessen wird in ihren strukturellen Problemen weil die Verwerfen sind wirklich gravierend und müssen angegangen werden.

00:22:04: ich bin kein Politiker es ist nicht meine Aufgabe hier von Altlast, Altschuldenlast zu sprechen aber das ist natürlich in der Realität dieser Orte überall drin.

00:22:15: Und dass wir hier ein großes Kunstfestival machen können und jedes Jahr einmal im Jahr so einen Spotlight auf diese Region positiv setzen können, sagen hey guck mal was hier los ist.

00:22:24: Ich verstehe mich schon auch metaphorisch für das ganze Ruhrgebiet.

00:22:27: Auch wenn wir nicht in Bochum essen, Müllheimen, Hagen, Hattingen oder Spielen.

00:22:32: aber deswegen heißt das Ding Ruhefestspiele und nicht Recklinghausen festspiele.

00:22:38: Das ist mir metaphorisch gemeint für die ganze Region, die hier viel geleistet hat übrigens auch für die Geschichte der Migration in Deutschland und der Arbeitsmigration weil sehr viele Menschen aus migrantischen Gründen nach Deutschland gekommen sind, schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg sind wegen der Arbeit der Kohle später des Strahls ins Ruhrgebiet gekommen haben Wertschöpfung erzeugt, haben Reichtum für dieses Land erzeugte.

00:22:59: Es sind alles Menschen, die für den Wohlstand dieses Landes mitverantwortlich sind, die Teil dieser Gesellschaft sind in die rechten Narrative anders sein wollen.

00:23:09: Das ist deutsche Geschichte und die wird hier immer wieder sichtbar, und wir versuchen sie auch immer wieder, sichtbaar zu

00:23:15: halten.".

00:23:17: Ja, man.

00:23:19: Darum geht

00:23:20: es

00:23:20: auch bei uns im Podcast eigentlich.

00:23:23: das auch unser Spirit.

00:23:24: Wir reden ja auch sehr viel über Lokalpatriotismus und wir haben das auch einfach drin Und diese Rede hat gerade was mit mir gemacht.

00:23:32: Also hat sich wie eine Rede angefühlt.

00:23:37: Aber ja Das ist ja halt Auch wenn wir das gar nicht so leben Diese Arbeiterbewegung Haben wir immer noch irgendwie dieses Spirit.

00:23:49: Und wie würdest du beschreiben, lebt dieses Spirit weiter in dem Theaterfestival wenn auch wir als Nachfahren das gar nicht so mehr so sehr unsere Lebensrealität ist?

00:24:02: Ja es finde ich spannend dass du das so sagst.

00:24:03: also da müssten mir jetzt eigentlich nicht über das Theater sondern aber andere Dinge reden.

00:24:06: Wir haben ein acht-Stunden Tag Wie sagt man, also wir haben Krankheitstage.

00:24:12: Du hast eine Arbeitsschlussredner Tarifverträge und all so ein Zeug.

00:24:15: Das ist wie ein Gewerkschafter.

00:24:17: Das sind alles unglaublich wichtige Errungenschaften.

00:24:19: Viele davon sind tatsächlich hier in dieser Region zum ersten Mal erkämpft worden für das ganze Land.

00:24:25: Zum Teil letztlich mit europäischer Auswirkungen.

00:24:28: Es sind gewerkschaftliche Errungschaften die stattgefunden haben.

00:24:30: Die werden wir alle weg vergessen so.

00:24:32: Wir lassen uns jetzt gerade politisch erzählen während der Frauenwürde nicht genug arbeiten usw.

00:24:36: Und da sind alles Kämpfe, die von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gemacht worden sind.

00:24:41: Und bis heute Auswirkungen auf unsere Lebenswirklichkeit haben.

00:24:44: Dass wir in Urlaub fahren können, dass wir Urlaubs-Tage haben, dass sie bezahlt werden usw.

00:24:48: Das ist alles Realität.

00:24:50: In einem Kunstfestival kann man das ja nicht so direkt besprechen es sei denn ein konkretes Kunstwerk beschäftigt sich damit.

00:24:56: Wir suchen da zum Teil nach.

00:24:58: Wir gucken in unserer Auswahl natürlich auch auf Produktionen Die sich mit solchen Wirklichkeiten beschäftigen.

00:25:04: Dieses Jahr haben wir eine Produktion, die nennt sich Cat Ladies.

00:25:07: Die beschäftigt sich natürlich ein bisschen ironisch mit der Thematik das mal despektierlich über... Allein stehende alte Frauen, die mit ihren Haustieren zusammenleben beschrieben worden sind.

00:25:16: Das ist so hoch.

00:25:17: Es ist sexistische Beschreibung und die eine Lebensleistung von Frauen vollkommen weg ignoriert und sie abwertet natürlich in der Regel von Männern So und von irgendwelchen Brosdie irgendwie meinen Sie hätten irgendwas erreicht im Leben weil sie irgendwie nicht wahrgenommen haben was zu Hause wäre Zuhause die Arbeit gemacht hat.

00:25:33: Und das ist ne Theaterarbeit über Frauen im Ruhrgebiet Die jetzt heute Rentenalter zu Hause, alleine leben mit ihren Haustieren und die Arbeit forscht aber.

00:25:44: Was haben sie denn für eine Leben?

00:25:45: Was ist denn deren Lebensleistung?

00:25:46: Was sind deren Träume?

00:25:47: Was heute deren Tröme?

00:25:48: Was gucken die zurück?

00:25:49: Was sehen deren Traurigkeiten?

00:25:54: Und dann merkt man so Binnenverbindungen.

00:25:55: Das sind natürlich ArbeitnehmerInnen, ArbeiterInnen Biografien in vielen Fällen oder Biografie von kleinbürgerlichen Existenzen.

00:26:04: Das sind keine Millionärs-Geschichten, das sind keine superreichen Geschichten.

00:26:07: Und das kann man schon mit Kunst einfangen und mit Theaterfarmen kann man es einfangen und das machen wir hier bei den Ruferspielen nicht in allen Fällen aber in dem konkreten Fall zum Beispiel schon.

00:26:16: Jetzt bist du ja selber schon auch lange Potkind sozusagen.

00:26:22: Ich frage mich da was macht das mit einem persönlich wenn man für so einen Traditionsreiches aber trotzdem immer sich weiterentwickeln

00:26:33: des Theaterfestivals arbeitet?

00:26:34: Oh, da ist jetzt viel drin in der Frage.

00:26:35: Also ich komme ja nicht ursprünglich aus dem Ruhrgebiet ne?

00:26:38: Ich komm vom Niederrhein.

00:26:38: das ist eher so ländlich geprägt aber hat trotzdem ein paar von den Spirits die hier sind.

00:26:42: auch so weil es auch sehr direkt... Die Menschen sind auch in ihrer Mentalität sehr direkt und das ist natürlich auch eher nicht so'n akademisches Umfeld indem man so vielleicht mehr Landwirte noch aber es sind auch viel Arbeit ist da auch.

00:26:55: Von daher isst mir das erstmal gar nicht fremd Und mir ist auch gar nicht fremd gewesen diese komischen Wechselwirkungen zwischen viel Grün-und Natur Und hässlichkeit und obann auf Zerstörung, Verbauung viel zu viele Straßen.

00:27:08: Und überhaupt nicht drüber nachgedacht was das eigentlich technisch bedeutet.

00:27:12: bei jedem Neubau Projekte worüber denke ich immer so.

00:27:13: habt ihr mal irgendjemand darüber nach?

00:27:16: Was man jetzt vielleicht einmal besser machen könnte also muss ja nicht wie Heidelberg aussehen aber man muss ja schon wieder eine gerade Fläche machen und jemanden rosa anstreicht.

00:27:24: Also man könnte ja so... Das macht schon etwas mit einem dass man merkt so ästhetik ... ist jetzt nicht vorrangig das, was hier auch Politik antreibt.

00:27:35: Also ihr redet immer macht immer die Bezüge zu anderen Regionen... ... dann macht doch in dem man nur etwas Neues macht.

00:27:43: Denkt doch mal darüber nach wie man jetzt vielleicht mal was anderes machen könnte.

00:27:46: und aber ich finde diese Widersprüchlichkeiten jetzt nicht so schlimm weil ich das auch unglaublich direkt finde.

00:27:51: und ich habe gestern ganz konkret was sehr berührendes erlebt.

00:27:54: wir haben gestern eine Vorstellung gehabt.

00:27:57: sofort in der Reihe hinter mir saßen vier Zuschauerinnen, die haben die Vorstellung wahrgenommen als würden sie zu Hause auf dem Sofa-Fernsehen gucken.

00:28:05: Weil sie wirklich ganz viel kommentiert haben.

00:28:06: ich kenne es eigentlich nur aus dem Kindertheat das Jugendliche und Kinder noch nicht sozusagen so sind die kulturellen Codes des.

00:28:12: man muss dabei still sein konzentriert sein wurde immer ganze Zeit geredet.

00:28:15: das hat mich tatsächlich auch ein bisschen gestört aber irgendwie fand ich es auch süß.

00:28:19: und dann war Pause und nach der Pause waren die nicht mehr da.

00:28:22: Und dann war die erste Reaktion ja die fanden's halt doof.

00:28:26: Und nach und nach habe ich gesagt, Scheiße!

00:28:28: Die haben nicht verstanden dass das eine Pause war.

00:28:30: Die haben gedacht, das Stück ist zu Ende.

00:28:32: Da merkte man da waren vier Menschen die sich richtig gut unterhalten haben aber die in den kulturellen Learnings sozusagen dieser Kulturtechnik ins Theater gehen nicht so zu Hause waren und deswegen irgendwas nicht so... ... aufgegangen ist.

00:28:45: Die haben trotzdem, glaub ich einen tollen Abend gedacht und haben gedacht ... ... hat sich das ein bisschen komisch aufgehört!

00:28:49: Also denke ich mal ne?

00:28:50: Aber die haben sich ja schon geküsst ... ... auf der Bühne vor der Pause

00:28:52: also ... ... weiß ich nicht, ich will es nicht überstehen jetzt.

00:28:54: Höhren war's schon.

00:28:55: Ich habe dir nicht.

00:28:56: Aber ich hab nur gedacht aber was für... Also ich

00:28:59: hab das

00:28:59: wirklich ... ... ich hab die Vier-Damen wirklich im Leinen ... ... also wirklich großes Herz ... ... geht raus, die waren da, die haben so ... Ich fand es auf der einen Seite schade und anseite fand ich, dass so das ist aber eben hier.

00:29:11: Und bei denen das die Wirklichkeit ist zu uns kommt finde ich fantastisch.

00:29:16: Beim nächsten Mal gucke ich genauer hinsach, ist nur die Pause?

00:29:18: Bleiben Sie noch?

00:29:19: Geht weiter?

00:29:21: Habe ich nicht begriffen, ist mir erst im Nachhinein klar geworden.

00:29:24: Das macht mit mir was weil... ... anders als in bestimmten Metropolregionen, die viel Kultur haben.

00:29:30: Die großstädtisch sind.

00:29:31: da gibt es mittlerweile auch auf so eine Kühle... ...auch unter Kollegen auch ich würde's auch mal sagen so eine gewisse abgeklärt hat bis hin zu Arroganz und so einen Man performt auch ne Coolness und das braucht man hier im Ruhrgebiet gar nicht.

00:29:43: Was braucht man überhaupt nicht?

00:29:44: Und man kann trotzdem cool sein.

00:29:46: also es ist trotzdem es gibt ja sehr viele coole Menschen jung wie alt, die auch wirklich gute Gedanken haben und die einem was mitzugeben haben.

00:29:54: Und die auch ein gutes Feedback geben und manchmal auch eine andere Perspektive geben, über die ich nicht nachgedappt vorher bin.

00:29:58: Ich dankbar!

00:30:00: Ja das finde ich ein echt interessantes Beispiel weil wenn ich so darüber nachdenke es ist ganz oft so dass Ja, vielleicht eher die Zuschauer eine gewisse Atmosphäre schaffen.

00:30:14: Also ich habe das auch schon mal erlebt dass ich einen Rüffel bekommen habe von so einem älteren Herrn weil ich Fotos gemacht hab.

00:30:22: Ich war aber für die Presse da und das war nicht gekennzeichnet und es war mit dem Handy und der dachte sich ganze Zeit wahrscheinlich... Warum macht ihr alle da ganze Zeit Fotos mit ihrem Handy?

00:30:31: Da stört mich jetzt und das

00:30:32: ist... Ist ja auch eigentlich verboten.

00:30:34: Ja, genau!

00:30:35: Und dann war ich so überrascht dass ich mich direkt entschuldigt habe aber ich hab mich dann irgendwie auch klein gefühlt.

00:30:41: Und da ist halt die Frage wie schafft man das eine gute Atmosphäre zu schaffen, dass sich halt auch unterschiedliche Menschen da wohlfühlen, die vielleicht nicht die ganzen Codes kennen.

00:30:54: Ja, das ist ein total schwieriges Thema.

00:30:55: Weil wir auch das tatsächliche Gegenteil haben.

00:30:57: Wir haben mittlerweile verstärkt auch Security-Mitarbeiter weil wir auch wirklich übergriffiges Verhalten von Zuschauern auch erleben wie das in der gesamten Gesellschaft passiert.

00:31:06: Das ist das was wir von Zugbegleitpersonal hören und von Einsatzkräften an Unfallordnungen.

00:31:11: Das erleben wir auch sogar im Theatervorhies dass wenn Menschen mit einer ganz individuellen Situation unzufrieden sind sehr viel wehrmenter reagiert wird bisschen zu übergriffen und weder dann auch sozusagen Schutz Aufgabe gegenüber Mitarbeitenden haben oder auch dem restlichen Publikum.

00:31:27: Das sind aber Gott sei Dank immer noch totale Ausnahmen, ich will nur sagen wir bemerken auch so eine gewisse gesellschaftliche Klimaveränderung nicht nur zum Guten.

00:31:36: Gegenrichtung ist, wir versuchen indem wir auch mal einen Code of Contact uns gegeben haben den auch sozusagen sichtbar machen.

00:31:42: So ein paar Prinzipien regeln das vielleicht alles zu starke Worte, aber so ein paar Grundlinien deutlich zu machen die bei uns wichtig sind Weil natürlich bei bestimmten Thematiken auch so Widersprüche entstehen.

00:31:55: Es gibt mittlerweile weltpolitische Thematik in die sehr, sehr vehement und mit großer Kompromisslosigkeit ausgefochten werden also wenn man die ganz große Weltperspektive, die natürlich auf den Theaterbühnen und in der Kulturszene auch ausgefuchten werden.

00:32:11: Und für mich ist wichtig dass wir die Idee der Meinungsfreiheit wirklich nebeneinander stehen lassen.

00:32:16: Man darf der Meinung sein das ein bestimmtes Thema so ist.

00:32:19: Es darf aber auch eine Gegenposition geben, die anders ist.

00:32:23: Da versuchen wir irgendwie auch so einen Regelwerk zu machen und dann versuchen wir natürlich durch eine Nahrbarkeit Freundlichkeit der Ansprache ansprechbar zu sein selber sichtbar zu seien als Team Auch was mich betrifft.

00:32:32: ich versuche auch viel vor Ort zu sein.

00:32:34: das geht nicht bei jeder Vorstellung einfach weil wir zu viele Vorstellungen haben.

00:32:38: Aber dass wir ansprechba sind und dass wir auch versuchen Problemlösen zu sein.

00:32:42: Also das gelingt uns auch nicht.

00:32:44: in jedem Fall, es wird jetzt sicher eine Zuhöhre geben und sagen aber ich hab die Situation erlebt, da haben sie gar nicht... Das kann mal so sein!

00:32:49: Und es kann auch sein dass ich dann sage ja war aber auch nicht ein Ordnung wie diese zuschauende Person reagiert hat.

00:32:54: und da muss sich mein Haus meine Mitarbeiter in meinem System schützen natürlich.

00:32:59: Aber also eine Kommunikation offen zu halten und nahbar zu sein auch eine eigenes Learning zu haben, für die Fehlerfreundlichkeit zu haben.

00:33:10: Wir machen nicht alles richtig und misslücken Dinge und wir haben vielleicht einen konkreten Tag ist irgendwas nicht gut gelaufen.

00:33:16: Dann setzen wir uns zusammen versuchen das zu besprechen und am nächsten Tag das anders zu machen.

00:33:19: hat ne einzelne Zuschauer und der Person vielleicht nichts von aber das gesamte System hat was davon?

00:33:25: Wenn wir jetzt schon beim Programm nochmal sind bei dem was ihr jetzt in den nächsten Monaten jeden tag macht Wieso ist es euch so wichtig?

00:33:34: Sowohl lokale Künstlerinnen dabei zu haben, als auch internationale.

00:33:39: Weil die alle gut sind!

00:33:41: Wir laden gute Leute ein und es gibt hier supergute Künstlern innen auf allen Levels und international genauso und nur im eigenen Saft zu kochen ist doof weil man dann keine Impulse bekommt und weil man keine neuen Perspektiven kriegt.

00:33:59: Also vor allem wenn sie aus einem anderen kulturellen Kontext kommen, den kann ich hier gar nicht haben.

00:34:04: Das ist vielleicht mein allerwichtigstes Learning als mittlerweile nicht mehr ganz so junger weißer Mann.

00:34:09: dass sich eine andere Perspektive die vielleicht ne Migrantische ist, ne weibliche Quiere was auch immer, die kann ich erst mal gar nicht habe weil die nicht meine eigene Lebensrealität isst.

00:34:17: und dann immer diese Haltung zu haben wie Ich weiß es alles besser ist so bescheuert weil man ja nix lernt.

00:34:23: Ich habe auch Grenzen, wo ich merke, es fällt mir jetzt gar nicht so leicht das jetzt nachzuvollziehen.

00:34:27: Aber ich will's zumindest mal irgendwie erfahren und lernen.

00:34:29: Also brauche ich was von außen?

00:34:31: Ich brauch Außeneinflüsse die herkommen, die nicht übers Ruhrgebiet, die aus Recklingenhausen bochen oder was auch immer sprechen und umgekehrt nur zu tun als wäre das Außen immer das Bessere.

00:34:40: Das ist ein Problem des Ruhrgebiets, dass wir wollen wie Berlin oder München sind

00:34:47: Aber gleichzeitig auch so woanders ist auch scheiße.

00:34:50: Ja, aber das ist natürlich manchmal auch so... Da ist ja auch noch mal ein bisschen das Minderwertigkeitsding des Rogen.

00:35:01: Wenn hier so eine Palmkirmes ist in Recklinghausen oder so kranger Kirmes, das sind doch wahnsinnig geile Veranstaltungen.

00:35:07: Diese riesigen Kirmesevents und dann Zuckerwatte und Wurfbude und diese Crazy Cow Cells die ich niemals gehen könnte aber das ist so wirklich real.

00:35:16: also In Hamburg und Stuttgart gibt es diese Dinger auch.

00:35:19: Die sind aber nicht zwingenderweise verknüpft mit der ... mit der Hochkultur, die in dieser Stadt stattfindet.

00:35:24: Und hier ist das ganz nah beieinander... Wir begegnen uns schneller und das finde ich super!

00:35:28: Wenn ich da jetzt noch internationale Gäste reinschmeiße,... ...die dann zum Teil auch aus Kontexten kommen wo das genauso ist wie hier.

00:35:36: Also es gibt ja auch einen anderen Ort in der Welt, Orte, die wie ins Ruhrgebiet sind.

00:35:41: Das ist das was wir versuchen herzustellen.

00:35:42: Was wir nicht so viel einladen sind so snobistische Momente haben wir auch manchmal aber sehr wenig.

00:35:50: Ja, also was ich daraus höre ist auch auf jeden Fall so selber bestimmen.

00:35:54: Was ist Kultur eigentlich für einen selbst?

00:35:57: Ja aber auch die Grenzen hier ein bisschen verschieben weil es schon so das natürlich auch hier vor Ort schnell Dinge schon zu Kunst erklärt werden wo ich denke so ja da gibt's aber noch ganz schöne Strecken die man auch laufen könnte die auch noch kunst sind Wo man dann schon sagt so muss das denn sein?

00:36:13: Ja muss sein!

00:36:14: Muss auch hier sein.

00:36:15: Also muss nicht nur in Venedig bei der Biennale sein sondern muss auch hier in Recklinghausen sein.

00:36:20: Aber es hat immer Grenzen.

00:36:21: Es gibt so bestimmte Arbeiten, wo ich denke ja wenn die jetzt machen in Reglinghausen dann ist der Shitstorm schon vorprogrammiert und was ist daran produktiv?

00:36:30: Und das heißt nicht dass ich selber denke das ist schrecklich im Gegenteil.

00:36:33: Ich finde es zum Teil richtig super!

00:36:34: Und ich gucke mir das auch an und stets mich dem auch aus weil ich will ja selber auch eine Grenzerfahrung mal haben.

00:36:39: aber manche Grenzen sind hier vielleicht noch nicht soweit verschoben wie an anderen Orten und ich muss jetzt nicht alles niederreißen.

00:36:48: Ja, vielleicht passt da auch die Abschlussfrage ganz gut dazu.

00:36:51: Für jemanden der sagt Recklinghausen ist da eh nichts Kulturelles.

00:36:56: Was würdest du dieser Person mitgeben?

00:36:59: Die Ruferspiele!

00:37:00: Das ist eines der größten Theaterfestivals Europas – mit einer unglaublich langen Geschichte, wenn man die Namen der KünstlerInnen aufschreiben würde über diese achtzig Jahre... Beat this!

00:37:15: Also das schafft wirklich in Deutschland, glaube ich, ein Nahtzug.

00:37:18: Das schafft... Ich würde es ganz einfach sagen im Theater in Deutschland niemand.

00:37:21: Das schaffen vielleicht die Berliner Festspiele noch?

00:37:23: Vielleicht aber sonst niemand.

00:37:25: Die anderen Festival sind entweder jünger und so weiter, das ist alles immer hier stattgefunden.

00:37:29: Und damit meine ich nicht nur die Menschen, die eine oberflächliche Film- und Medienprominenz haben sondern wirklich auch diejenigen, die irgendwas gemacht haben oder die groß geworden sind.

00:37:39: Das hat alles hier statt gefunden und Menschen in Recklinghausen und die hergekommen sind haben das alles gesehen.

00:37:44: Also es gibt eine riesige Erfahrung der Kunst- und Theatergeschichte Hier in diesem Ort und es findet jedes Jahr wieder aufs neue Stadt und wir zeigen dieses Jahr Künstlerinnen von denen ich glaube, dass die ja eine U-Aufführung gehabt hat von einer jungen chinesischstämmigen Autorin.

00:37:59: Ich bin mir sicher, der hat eine riesige Karrierevorsicht und lass uns um zwanzig Jahren widersprechen und gucken wie das war, zweitausendsechsundzwanzig!

00:38:06: Und das hat hier immer schon stattgefunden, es findet jetzt statt und das wird auch in Zukunft hier stattfinden.

00:38:12: Das soll mal ein stabiler Mic dropen.

00:38:15: Vielen vielen Dank für das Video.

00:38:16: Danke dir!

00:38:16: Ja

00:38:16: danke!

00:38:22: Und Christian was sind so deine Gedanken zu diesem Gespräch?

00:38:26: Ich hab so viele, ne?

00:38:28: Ja,

00:38:29: ich fand's ein richtig coolen Einblick in die Art und Weise wie diese Geschichte des Festivals war.

00:38:37: Das war mir alles gar nicht klar auf was für eine Tradition die Rufesspiele irgendwie beruhen also auf dieser Arbeiter-Tradition dass der Deutsche Gewerkschaftsbund einfach Miteigner sozusagen ist und das mitferenziert war mir auch nicht klar.

00:38:56: Und dass das halt so ein Festival sein soll, das für die Menschen im Pod gemacht ist und die trotzdem aber ran führt an internationale und an große Sachen, aber genauso wie an lokalen Staff von hier.

00:39:12: Also es ist irgendwie voll spannend gewesen da noch mal auch vor allem mit Olaf halt darüber zu sprechen, wie wählt man sowas eigentlich aus?

00:39:20: Weil man muss ja im Hinterkopf haben, das muss niederschwellig und auch mal Leute ansprechen, die vielleicht noch keine so vielen Berührungspunkte haben mit Theater oder so.

00:39:31: Und da fand ich so spannend auch mit der Geschichte, die er erzählt hat mit diesen Leuten, die nicht so viel Theater-Erfahrungen gehabt haben und nach der ersten Pause nicht mehr gekommen sind.

00:39:42: Weißt du mich meine?

00:39:44: Das hatte er uns noch erzählt... Die, die so abgegangen sind in einem Theaterstück und so kommentiert hatten.

00:39:53: Wahrscheinlich nicht zurückgekommen sind weil sie das mit der Pause nicht gecheckt hatten.

00:39:58: Und dachten okay jetzt vorbei halt näher das Stück!

00:40:03: Ja, das ist super interessant.

00:40:05: ich finde dass auch echt eine Herausforderung Einfach ein Programm zu schaffen, wo du auf lokale Künstler achtest.

00:40:14: Auf interessante internationale Sachen aber auch schauen musst dass du ja vom Level her sage ich mal ... unterschiedliche Sachen dabei hast, also vielleicht auch mal so ... ... Sachen die eher crazy sind, Experimenteller.

00:40:30: Dass das mal auch überfordern kann aber auch mal... ... andere Sachen die jetzt vielleicht nicht so crazy sind ein bisschen in die klassisch ... ... klassischere Richtung gehen.

00:40:40: Das ist

00:40:41: nicht

00:40:41: so einfach glaube ich ne?

00:40:43: Ey voll!

00:40:44: Safe

00:40:45: Ja und ich habe ja auch echt gebohrt was so die Nahbarkeit angeht und auch ... Ja irgendwie das Programm, dass es wirklich so ansprechend ist für alle wie die das hinkriegen.

00:40:58: Weil ich bisher wie gesagt immer nur online eine Seite gesehen habe wo ganz viel Theaterprogramm ist und für jemanden der jetzt schon in den letzten Jahren ins Theater gegangen ist aber auch nicht mega der Experte ist, ist das manchmal auch schwierig zu greifen weil das sieht nach Hochglanz aus ne?

00:41:20: Ja, abgesehen davon

00:41:21: dass die Tickets immer ausverkauft

00:41:23: waren.

00:41:23: Das zeigt aber vielleicht wie beliebt dieses Festival ist und diesmal hatten wir aber Glück.

00:41:30: Wir

00:41:31: konnten schon zu einem Theaterstück gehen und das hieß Israel und Mohamed.

00:41:36: Was war so dein Gefühl als wir da angekommen sind von der Atmosphäre?

00:41:40: Ich finde es ganz spannend mal darüber zu sprechen was das so wie die Rofels spiele weil wir haben ja auch gefragt was sollt ihr für eine Atmosphere schaffen?

00:41:50: Also das Theaterstück, Israel und Mohamed wo wir jetzt drin waren.

00:41:55: Das war ja im kleinen Haus also noch in dem Gebäude.

00:42:00: Das ist nicht in den Zeltas.

00:42:01: extra aufgebaut wurde wegen der Baustelle und da hatten wir ein bisschen Feeling vom Schauspielhaus dort.

00:42:13: Ja, das war erst mal so ein klassisches Theater.

00:42:16: So ein Glasbau.

00:42:19: Man geht rein und wird dann halt irgendwie zusammen Platz.

00:42:23: Und ja es war eine lockere Atmosphäre.

00:42:27: ich muss sagen also naja... Ich weiß jetzt nicht ob das immer so ist bei allen Veranstaltungen aber erstmal dachte ich mir schon sehr weiß gelesen, sehr viele weiße Menschen dort Weil das ist interessant.

00:42:43: Das sagen wir gleich noch was zu, weil der Stück halt auch auf Französisch war beispielsweise.

00:42:49: Aber es war auch eine gute Mischung.

00:42:51: Ich habe ein paar junge Leute gesehen auf jeden Fall und ich glaube sogar ein Kind

00:42:56: war im Publikum.

00:42:57: Ja hinter uns ne?

00:42:58: Ja, da haben wir dann später gehört.

00:43:00: aber ja also Und man hat aber trotzdem gemerkt Es war schon so'ne Robotveranstaltung.

00:43:08: Es hatte sich von der Atmosphäre her bunt ständig angefühlt.

00:43:14: Ja, das ist sogar gut beschrieben.

00:43:15: also ich glaube während wir in diesem Stück in Düsseldorf gewesen wäre das Publikum ganz anders gewesen ehrlicherweise und du könntest auf Bashing sein aber es ist einfach ein Fakt.

00:43:23: ja ja und worum geht's?

00:43:27: In dem Stück.

00:43:28: Wie sollen wir das runterbrechen?

00:43:30: Magst du das zu erklären?

00:43:31: vielleicht Christine, weil deine Perspektive finde ich auch spannend.

00:43:35: Weil für mich war das schon eine sehr persönliche Perspektiv, weil ich halt sehr viele Anknüpfungspunkte habe.

00:43:43: aber erzähl' Du erst mal!

00:43:45: Also um alle anderen Mal abzuholen, Mohamed und Israel waren zwei... Männer, zwei Schauspieler die auf die Bühne gekommen sind und letztendlich kann man es glaube ich so zusammenfassen dass beide auf der BühNe die Beziehung zu ihren Vätern dargestellt haben.

00:44:02: Mohamed ist ein Schausspieler kommt auch aus Frankreich auf jeden Fall und hat marokkanische Wurzeln und Israel ist Flamenco-Tänzer Aus Korb, du warst.

00:44:19: Analooschen, ja.

00:44:22: Und die beiden haben das auf eine ganz magische Art und Weise gemacht drüberzubringen wie sie ihr Verhältnis zu ihren Väter beschrieben haben.

00:44:32: da wurde auch mit Videoinstallation gearbeitet wo die Väter auch zu Wort gekommen sind und etabliert worden sind für das Stück.

00:44:38: es war sehr sehr spannend aber auch wild weil es war auch französisch und ich sage mal so meine Französischkenntnisse sind Sava Frommage Das war's?

00:44:48: Baguette, ja.

00:44:49: Baguettes genau!

00:44:52: Aber es war mit Übertiteln das heißt es wurde auf Deutsch übersetzt und zwischendurch wird auch mal in Englisch geswitched wenn er irgendwie was improvisiert hat.

00:45:00: also es war schon gut verständlich und irgendwie sehr lustig.

00:45:04: trotzdem aber du hast gerade gesagt du hattest sehr viele Anknüpfungspunkte.

00:45:07: Was war's bei dir?

00:45:09: Ja also einmal dass einer der Schauspieler einfach auch marokkanische Wurzeln hat wie ich Und die haben ja halt sehr viel über die Beziehungen mit ihren Vetern gesprochen.

00:45:23: Also ich kann französisch und konnte deswegen auch ganz gut folgen, und einfach... Es war besonders weil die Thematik aber wie etwas erzählt wurde und die kulturellen Bezüge.

00:45:40: Die habe ich halt alle verstehen können!

00:45:42: Ja.

00:45:42: Und es hatte sich angefühlt als ob das Stück für mich gemacht wäre oder für Menschen wie mich.

00:45:51: Und das war wirklich mal besonders, in einem deutschen Theater zu erleben weil da so viele kulturelle Bezüge drin waren die haben das auch gut erklärt dass man auch gut mitkommen konnte

00:46:05: total.

00:46:06: aber ja das ist eine ganz andere Ebene das ein ganz anderes Level und einen Moment hat mich dann auch wirklich gebrochen, weder das Theaterstücks.

00:46:18: Weil da hat Mohamed einen sehr persönlichen Brief geschrieben der an seinen Vater gerichtet war und abschließend hatte er halt ihm quasi den Lieblingssong des Vaters gewidmet Und so nach Motto, das war halt so eine Metapher.

00:46:40: Ich halte dich in Ehren und spiele jetzt dein Lieblingslied und baue einen Moschee für dich.

00:46:47: Und dann lief das Lied und da ist tatsächlich auch bei Wiener Träne geflossen weil es war das Lief Elf-Laila O'Lailah von Umklesoum und damit ist glaube ich jeder arabische Haushalt irgendwie ausgestattet,

00:47:04: da sind

00:47:04: wir alle aufgewachsen.

00:47:06: Und das ist von einer ägyptischen Sängerin die halt wirklich eine Größe der arabische Musik ist und ... Das war ein sehr emotionaler Moment und... Das war wirklich special!

00:47:21: Das hatte ich so noch nicht.

00:47:23: Ja.

00:47:24: Ich fand es waren in den Momenten auch ganz besondere Magie im Raum Weil du gemerkt hast, dass jeder irgendwie gerade so ein bisschen mit den Tränen kämpft.

00:47:35: und da grade bei diesem Brief, den du gerade beschrieben hast.

00:47:39: Ich glaube ich war bei jedem irgendwie die Träne gerade so kurz vor vom Runter ploppen sozusagen.

00:47:47: also es hat sehr viel... mit einem gemacht, dieses Stück auf jeden Fall.

00:47:51: Das finde ich voll spannend.

00:47:52: also würdest du sagen auch wenn du jetzt nicht diese kulturellen Bezüge hattest, konntest du dich da rein fühlen und auch hatte ich das Theaterstück abgeholt?

00:48:03: Auf jeden Fall ja safe!

00:48:05: Also das fand ich das Schöne weil es so niederschwellig war und weil man... Auch wenn man jetzt nicht hundert Prozent alle Referenzen verstanden hat, hat man trotzdem durch die Art und Weise wie sie's rüber gebracht haben verstanden was ist ihnen bedeutet.

00:48:17: Und ich glaube Dass sie das geschafft haben, das so niederschwellig zu gestalten war mega-mega gut.

00:48:25: Und ich glaube es macht ja auch ein bisschen die Magie der Rohfelsspieler aus dass die so einen Theaterstück da überhaupt mit rein nehmen.

00:48:36: Und was ja wie gesagt, also es ist so international.

00:48:41: Es ist französische Kultur drin, marokkanische Kultur drinnen dann an der... Also ne?

00:48:46: Andalusien-spanische Kultur irgendwie alles ist mit drin.

00:48:48: Flamenco!

00:48:49: So er hat ja auch ganz viel flamenco getanzt.

00:48:52: Also das ganze wilder Mischmarsch und trotzdem sitzt du da mit hunderten Menschen in einem Theater im Pot und jeder fühlt irgendwie mit genau in dieser Situation Absolut.

00:49:05: Ich habe auch ein bisschen gelauscht, was die anderen dann nach dem Theaterstück gesagt haben und das war echt spannend.

00:49:11: also eine ältere Frau ist auch mit uns irgendwie rausgelaufen und sie hatte dann erzählt Sie fand es so spannend weil ... Die haben ja sehr viel über Familie und Erziehung Beziehungen zu den Eltern und so gesprochen Und sie meinte Also das wäre auch Deckungsgleich Mit der Erziehungen aus aus der Zeit, aus der Protagonisten und man könnte das so nebeneinander legen.

00:49:40: Und es war nicht so spannend weil jeder sich irgendwie daraus was gezogen hat und Anknüpfungspunkte gefunden hat aber doch irgendwie frische Input bekommen hat.

00:49:50: Das ist glaube ich das was es besonders gemacht hat.

00:49:54: Da geht auf jeden Fall jetzt super viel in Recklinghausen.

00:49:56: und wenn ihr jetzt auch Bock bekommen habt, ich glaube wir packen euch einfach mal alles an Infos und Programme zu den Ruferspielen nochmal in die Show Notes.

00:50:04: Und dann könnt ihr da noch einmal in Ruhe durchgucken was es dann noch so gibt.

00:50:07: bis Mitte Juni geht das Ganze noch?

00:50:10: Wir haben natürlich auch voll Bock von euch nochmal zu hören!

00:50:12: Was sind eure Gedanken zur Folge?

00:50:14: Da schreibt uns gerne per Mail oder auch auf Insta.

00:50:19: Da gibt's auch nochmal alle Infos dazu in den Show Notes.

00:50:22: Ja, mein Fazit ist auf jeden Fall traut euch.

00:50:26: Schaut euch das Programm an geht einfach mal hin und lasst euch selber überzeugen.

00:50:32: Mir hat es auf jeden fall richtig Spaß gemacht.

00:50:34: Ja mir auch voll nice!

00:50:36: Ich würde sagen dann haben wir uns in der nächsten Folge.

00:50:40: wenn ihr noch irgendwelche Anregungen habt oder so dann meldet euch immer gerne Wenn wer irgendwo hinkommen soll oder ihr irgendwie irgendwo wo spezifisch drauf Bock habt für eine der nächsten Folgen.

00:50:49: Wir würden uns sehr freuen Und dann würde ich sagen Bis dahin!

00:50:57: Zwischen Gellek und Düsi.

00:50:58: Ein Podcast von Strobo.

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